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Gottes Wege

1. Erscheinen meines Gottes Wege mir seltsam, rätselhaft und schwer, und gehen Wünsche, die ich hege, still unter in der Sorgen Meer: Will trüb und schwer der Tag verrinnen, der mir nur Schmerz und Qual gebracht, dann darf ich mich auf eins besinnen: daß Gott nie einen Fehler macht!

2. Wenn mir zu hoch des Herrn Gedanken, zu tief die Brunnen seiner Huld, wenn alle Stützen haltlos wanken, die Kraft mir fehlt und die Geduld, wenn gar mein Blick kein Ziel mehr findet, in banger tränenreicher Nacht - ein Glaubensfünkchen dennoch kündet: daß Gott nie einen Fehler macht!

3. Wenn über ungelösten Fragen mein Herz verzweiflungsvoll erbebt, an Gottes Liebe will verzagen, weil sich der Unverstand erhebt, dann darf ich all mein müdes Sehnen in Gottes Rechte legen sacht und leise sprechen unter Tränen: daß Gott nie einen Fehler macht!

4. Drum still mein Herz und laß vergehen, was irdisch und vergänglich heißt, im Lichte droben wirst du sehen, daß gut die Wege, die Er weist, Und müsstest du dein Liebstes missen, ja ging's durch kalte, finstere Nacht, halt fest an diesem selgen Wissen: daß Gott nie einen Fehler macht!

(Text: Herbert Sack, 1943 im Kessel von Stalingrad; Melodie und Rechte unbekannt)